Im Vorfeld des Bürgerentscheids in Heidelberg und Neckargemünd am 12. Juli bieten die Bürgerinitiative Odenwatt in Zusammenarbeit mit der Bürgerenergiegenossenschaft Starkenburg Exkursionen an: Wie sieht eigentlich ein Windrad aus der Nähe aus, wie hört es sich an, wie sieht die Umgebung aus? Die erste dieser Fahrten fand am Samstag 9.5. statt, weitere folgen am 16.5. am 13.6 sowie am 27.6, jeweils um 15:00 ab dem Wanderparkplatz „Kreuzschlag“ oberhalb von Grein.

Würde man ein Auto kaufen, ohne es jemals probegefahren zu sein, oder eine Hochzeit in einem Restaurant planen, ohne dort jemals gegessen zu haben? Eher nicht. Zur Windenergie jedoch haben viele eine Meinung, ohne eine solche Anlage jemals besichtigt zu haben. Odenwatt hält das für keine gute Ausgangslage vor dem Bürgerentscheid und möchte daher möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, sich vor der Stimmabgabe zu informieren.
Micha Jost, Vorstand der BEG Starkenburg, führt die Teilnehmer am Samstag durch das Projekt und erzählt von Bau und Betrieb. Das Greiner Eck ist Luftlinie nur wenige Kilometer vom Projektgelände Lammerskopf entfernt, wo ebenfalls die BEG Starkenburg Teil des Konsortiums ist; die Einblicke aus der Begehung sind also von hoher Relevanz auch für das mögliche Projekt östlich von Heidelberg und nördlich von Neckargemünd.

Die Zuwegung? „Alle Anlagen sind seinerzeit über dieselben Waldwege herangeschafft worden, die wir gerade entlangspaziert sind.“, erläutert Jost zum Erstaunen mancher Teilnehmer, die wohl eher autobahnartige Schneisen im Wald erwartet hatten. Das Projekt oberhalb von Grein arbeitet seit über zehn Jahre profitabel, „und das würde auf am Lammerskopf nicht anders sein“, so Jost zu den Sorgen, Windenergie gehöre generell nicht in den angeblich windarmen Süden. Das Betonfundament, auf dem die Anlage steht, sieht nach den Jahren fast wie ein Erdhügel aus, es ist wieder völlig von Vegetation bedeckt.
Teilnehmerin Inge Thiering von Odenwatt hält ein mitgebrachtes Geräuschpegelmessgerät in die Höhe: 46 dB werden angezeigt, „etwa wie ein Gespräch zwischen zwei Personen. Wenn man sich nun in 300 oder 500m Entfernung aufhält, sinkt das rasch auf Werte ab, die niemandem Sorgen machen sollten“, so die Physikerin.
Mit neuen Eindrücken machte sich die kleine Expedition auf den 25min Rückmarsch zum Treffpunkt. Odenwatt hofft auf rege Beteiligung auch an den weiteren ausstehenden Terminen. Eine Rückmeldung an odenwatt@web.de wird erbeten und erleichtert die Planung.
